IAM, PAM und ISMS für die Energiewirtschaft
Netzbetreiber, Stadtwerke und Betreiber von Energieanlagen müssen belegen können, wer auf ihre Systeme zugreift – bis in die Leittechnik hinein. Wir bringen Identitäten, Berechtigungen und administrative Zugänge in eine Struktur, die im Zertifizierungsaudit trägt und den Netzbetrieb nicht ausbremst.
Der Mehrwert für Energieversorger und Netzbetreiber
Was der IT-Sicherheitskatalog für Identitäten und Berechtigungen verlangt
Betreiber von Strom- und Gasnetzen sind nach § 11 Abs. 1a EnWG verpflichtet, ein Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO/IEC 27001 zu betreiben und nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur zertifizieren zu lassen; die ISO/IEC 27019 ergänzt den Standard um die Anforderungen der Prozesssteuerung in der Energieversorgung. Für Betreiber von Energieanlagen, die als Kritische Infrastruktur gelten, greift der zweite IT-Sicherheitskatalog nach § 11 Abs. 1b EnWG. Dazu kommen die Pflichten aus dem BSI-Gesetz – regelmäßige Nachweise und der Einsatz von Systemen zur Angriffserkennung – sowie die erweiterten Anforderungen aus NIS-2, die mit dem Umsetzungsgesetz Ende 2025 in deutsches Recht überführt wurden.
In allen diesen Regelwerken ist die Steuerung von Zugriffsrechten ein eigener Prüfpunkt. Im Audit münden die Anforderungen in wenige konkrete Fragen: Wer hat administrativen Zugriff auf die Netzleittechnik? Auf welcher Grundlage wurde er vergeben? Wann wurde er zuletzt überprüft, und wie wird er wieder entzogen? Ein gepflegtes Berechtigungsmodell liefert diese Antworten als Auszug. Fehlt es, müssen sie aus Systemexporten rekonstruiert werden, und die Vorbereitung bindet über Wochen Personal, das im Betrieb fehlt.
Leittechnik und Büro-IT folgen unterschiedlichen Regeln
Ein Berechtigungskonzept aus der Verwaltungs-IT lässt sich nicht unverändert auf die Prozessleittechnik übertragen. Leitsysteme und Fernwirkkomponenten laufen über Jahrzehnte, unterstützen häufig keine moderne Authentisierung und werden an Bedienplätzen im Schichtbetrieb genutzt, an denen eine Anmeldung pro Person den Ablauf stört. Hersteller benötigen für Wartung und Störungsbehebung Zugriff von außen, oft kurzfristig und außerhalb der Regelarbeitszeit. Wie unmittelbar Zugangsdaten in dieser Ebene wirken, zeigte 2015 der Angriff auf drei ukrainische Verteilnetzbetreiber: Die Angreifer bedienten die Schaltanlagen mit zuvor erbeuteten, gültigen Zugangsdaten und unterbrachen die Versorgung von rund 225.000 Kundinnen und Kunden.
Wir entwerfen das Modell deshalb entlang der Zonen Ihrer Netzarchitektur: eigene Rollen und eigene Genehmigungswege für die Leittechnik, ein sauber getrennter Identitätsbestand für die Büro-IT und eine definierte Übergangsstelle dazwischen. Zugriffe von Herstellern und Dienstleistern laufen über eine kontrollierte Strecke – Privileged Access Management vergibt sie zeitlich befristet, zeichnet die Session auf und hält das Passwort aus der Hand des Technikers heraus. Für den Störungsfall bleibt ein Notfallzugang bestehen; er wird definiert, protokolliert und im Nachgang geprüft.
Querverbund: viele Gesellschaften, ein Identitätsbestand
Stadtwerke bündeln Strom, Gas, Wasser, Wärme und häufig auch Verkehrsbetriebe oder Bäder unter einem Dach, rechtlich verteilt auf mehrere Gesellschaften mit eigenen Systemen. Mitarbeitende arbeiten für mehr als eine davon, Fremdfirmen kommen projektweise hinzu. Ohne ein führendes Quellsystem für Identitäten bleibt jede Auswertung eine Momentaufnahme einzelner Gesellschaften. Wir binden das Personalsystem als führende Quelle an, führen die Identitäten konzernweit zusammen und leiten Berechtigungen aus Funktion, Gesellschaft und Standort ab. Die Rezertifizierung läuft anschließend über die Führungskräfte, die den Zugriff fachlich beurteilen können, statt über eine zentrale IT-Liste.
Von der Bestandsaufnahme zum auditfesten Berechtigungsmodell
Ausgangslage
Netzbetrieb, Büro-IT und Fremdfirmen greifen auf Systemwelten zu, die über Jahre mit eigenen Benutzerverwaltungen gewachsen sind: das Active Directory der Verwaltung, die Bedienplätze der Leitstelle, das Zählerwesen, die Abrechnung, dazu Wartungszugänge einzelner Hersteller. Eine Gesamtsicht darauf, wer administrativ auf welches System zugreifen kann, entsteht in solchen Landschaften nicht von selbst. Wird sie erst zum Auditzeitpunkt aus mehreren Quellen zusammengetragen, haben diese Quellen unterschiedliche Stände – und die Abweichungen zu klären kostet mehr Zeit als die Prüfung selbst.
Unser Vorgehen
Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme entlang der Systeme, die im Geltungsbereich Ihres ISMS liegen, und bewerten deren Schutzbedarf. Darauf aufbauend entstehen: • ein Zielbild für Identitäten und Berechtigungen, das die Zonentrennung zwischen Leittechnik und Büro-IT abbildet, • ein Rollenmodell entlang Funktion, Gesellschaft und Standort statt entlang gewachsener Einzelrechte, • definierte Abläufe für Eintritt, Wechsel und Austritt, an das Personalsystem angebunden, • eine kontrollierte Strecke für administrative und Hersteller-Zugriffe, befristet vergeben und protokolliert, • ein nach Aufwand und Risiko priorisierter Maßnahmenplan als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung.
Woran Sie den Erfolg messen
Die Wirkung lässt sich an Größen festmachen, die Sie ohnehin gegenüber Auditoren belegen müssen: Wie lange dauert es, bis administrative Rechte nach einem Austritt entzogen sind? Welcher Anteil der Administratorzugriffe erfolgt über personalisierte Konten? Wie viele Fernwartungszugänge sind dauerhaft offen, wie viele werden auf Anforderung geöffnet? Und wie viele Arbeitstage kostet eine vollständige Rezertifizierung der kritischen Systeme? Diese Kennzahlen bilden zugleich die Nachweislage für die nächste Prüfung.
Bereit für mehr IT-Sicherheit?
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