Der Begriff stammt aus der OWASP-Rangliste der wichtigsten LLM-Risiken (seit 2026 auf Platz 3). Er beschreibt drei Formen von „Übermaß“: zu viele angebundene Werkzeuge (hier und im Folgenden auch als „Tools“ bezeichnet, d. h. Fähigkeiten, die dem Agenten zur Verfügung stehen), zu weit gefasste Rechte auf den einzelnen Tools und zu viel Autonomie bei Aktionen, die eine menschliche Rückfrage verdienen.
Anders als bei einer Prompt Injection liegt der Fehler hier nicht im Angriff, sondern im Design und der Implementierung des Agenten. Ein Agent mit Schreibrechten auf zehn Systemen, der nur zwei davon lesen müsste, ist auch ohne Angreifer ein klares Risiko, aber erst der Angriff macht es zu einem Vorfall.
Die Gegenmaßnahmen sind bekannte „Klassiker“ des IAM: Rechte auf die konkrete Aufgabe beschränken statt auf den Agenten, sie zeitlich begrenzen und folgenreiche Aktionen an eine Freigabe verknüpfen. Excessive Agency ist damit der Angriffsweg, bei dem konsequentes Least Privilege nicht nur den Schaden begrenzt, sondern die Schwachstelle selbst behebt.